Alkohol am Steuer: Strafen für eine Trunkenheitsfahrt

Welche Folgen hat Alkohol am Steuer?
Welche Folgen hat Alkohol am Steuer?

Bußgeldtabelle für Alkohol am Steuer

Alkohol­verstoßBußgeldPunkteFahr­verbot
1. Verstoß gegen die 0,5-Promille­­grenze500 €21 Monat
2. Verstoß gegen die 0,5-Promille­­grenze 1000 €23 Monate
3. Verstoß gegen die 0,5-Promille­­grenze 1500 €23 Monate
Alkohol­­gehalt im Blut ab 1,1 Promille3Ent­­ziehung des Führer­­scheins, Freiheits­­strafe oder Geld­­strafe
Gefähr­dung des Verkehrs unter Alkohol­­einfluss (bereits ab 0,3 Promille)3Ent­ziehung des Führer­­scheins, Freiheits­­strafe oder Geld­­strafe

Bußgeldrechner für Alkohol am Steuer

Jeder 14. Verkehrstote geht dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat zufolge auf Trunkenheit am Steuer zurück. Laut Tagesschau setzen sich vor allem Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren gern nach dem Alkoholgenuss ins Auto und fahren, weil sie ihre Fahrtüchtigkeit überschätzen und besonders risikobereit sind. Aus diesem Grund wird häufig über ein absolutes Alkoholverbot am Steuer diskutiert, um Unfällen vorzubeugen. Welche Alkoholgrenze gilt im Auto? Wie hoch ist die Strafe für das Fahren unter Alkohol?

Weiterführende Informationen zum Thema Alkohol am Steuer

Die Promillegrenze in Deutschland

Alkoholgrenze fürs Auto: Sitzen Sie am Steuer, sind maximal 0,5 Promille erlaubt.
Alkoholgrenze fürs Auto: Sitzen Sie am Steuer, sind maximal 0,5 Promille erlaubt.

In Deutschland gilt allgemein eine Promillegrenze von 0,5 Promille. Wer damit oder einem höheren Promillewert hinterm Steuer erwischt wird, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Eine Straftat begehen Sie bei einem Promillegehalt ab 1,1 Promille, da in diesem Fall eine absolute Fahruntüchtigkeit vorliegt. Bei einer Alkoholfahrt ab 1,6 Promille muss der Fahrer eine medizinisch psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren, wenn er seine Fahrerlaubnis in näherer Zukunft wiedererlangen möchte.

Diese Grenzen für Alkohol am Steuer gelten auch für Fahranfänger bzw. Autofahrer unter 21 Jahre alt und für diejenigen, die auffällig fahren oder einen Unfall verursachen. Der Konsum von Alkohol am Steuer für Fahrer unter 21 Jahre sowie Fahranfänger ist jedoch allgemein strengstens verboten. Für sie gilt die Null-Promille-Grenze.

Strafe für Trunkenheit am Steuer

Obwohl in der Regel die 0,5-Promillegrenze gilt, können Autofahrer bereits ab 0,3 Promille belangt werden, wenn sie Anzeichen für Fahruntüchtigkeit aufweisen oder einen Unfall verursachen. In diesem Fall können sie häufig mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren (vgl. § 315c StGB), Entzug der Fahrerlaubnis und 3 Punkten in Flensburg rechnen. Wird keine Entziehung der Fahrerlaubnis oder isolierte Sperre, sondern ein Fahrverbot angeordnet, können auch nur 2 Punkte eingetragen werden.

Diese Strafen werden auch verhängt, wenn Autofahrer ab 0,5 Promille Anzeichen von Fahrunsicherheit aufweisen oder einen Unfall verursachen. Werden Autofahrer jedoch beispielsweise bei einer Stichprobe kontrolliert und weisen 0,5 Promille Alkohol am Steuer auf, müssen sie schon für die Ordnungswidrigkeit in der Regel eine Geldbuße von 500 Euro zahlen. Darüber hinaus werden sie mit einem Monat Fahrverbot und 2 Punkten in Flensburg geahndet.

Ab 1,1 Promille liegt absolute Fahruntüchtigkeit vor und der Fahrer wird in jedem Fall sanktioniert, unabhängig davon ob er auffällig fährt und einen Unfall verursacht oder nicht, da es sich dabei um eine Straftat handelt. Wird ein Fahrer kontrolliert und werden bei ihm 1,1 Promille festgestellt, wird er mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr belangt. Wurden andere gefährdet, kann sich die Freiheitsstrafe auf bis zu 5 Jahre erhöhen. Zudem wird der Führerschein entzogen und 3 Punkte in Flensburg drohen. Unter Umständen wird auch bei diesem Promillewert bereits eine medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Zu dem Termin muss der Fahrer wegen Alkohol am Steuer in der Regel einen Abstinenznachweis mitbringen.

Da Alkohol am Steuer in der Probezeit und bei Fahrern unter 21 Jahren absolut verboten ist, wird dieser Verstoß hart bestraft. Demnach müssen junge Fahrer bei einem Alkoholgehalt bis 0,5 Promille in der Regel mit einer Geldbuße von 250 Euro und 1 Punkt in Flensburg rechnen. Ab 0,5 Promille drohen die normalen Sanktionen. Außerdem muss der Fahrer ein Aufbauseminar absolvieren und seine Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

Fahren unter Alkohol: Das droht Wiederholungstätern

Alkohol am Steuer: Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahre gilt die Null-Promille-Grenze.

Alkohol am Steuer: Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahre gilt die Null-Promille-Grenze.

Als „Wiederholungstäter“ wird jemand bezeichnet, der wiederholt gegen die gleichen Vorschriften verstößt, beispielsweise gegen die Alkoholgrenzen am Steuer.

Wiederholungstäter müssen in der Regel mit höheren Sanktionen rechnen. Demnach sieht der Bußgeldkatalog für den zweiten Verstoß mit Alkohol am Steuer ein Bußgeld von 1.000 Euro und 2 Punkte in Flensburg vor. Die Dauer des Fahrverbots verlängert sich auf drei Monate. Beim dritten Verstoß erhöht sich das Bußgeld auf 1.500 Euro. Der Fahrer bekommt außerdem 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot.

Betrunken Fahrrad fahren

Dass betrunken Auto zu fahren unter Umständen eine Straftat darstellt, ist den meisten Verkehrsteilnehmern bewusst. Doch gilt die 0,5-Promillegrenze auch für Radfahrer oder nur für Alkohol am Steuer? Kann ein Radfahrer seinen Führerschein wegen Alkohol verlieren?

In der Regel liegt die Promillegrenze für Radfahrer bei 1,6. Ab diesem Wert müssen sie mit einem Strafverfahren rechnen, selbst wenn sie keinen Unfall bauen. Bei einem auffälligen Fahrverhalten oder einem Unfall macht sich der Radfahrer bereits mit 0,3 Promille strafbar.

Auch Radfahrer können wegen Alkohol ein Fahrverbot angeordnet bekommen. Der Fahrerlaubnisentzug und die Anordnung einer MPU sind ebenfalls möglich. Wird die MPU nicht bestanden oder nicht absolviert, müssen Radfahrer dauerhaft auf ihren Führerschein verzichten.

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