Im Straßenverkehr geblitzt: Sanktionen als Folge

Geblitzt? Wie teuer es wird, hängt von der gemessenen Geschwindigkeit ab.
Geblitzt? Wie teuer es wird, hängt von der gemessenen Geschwindigkeit ab.

Sind Sie geblitzt worden? Der Bußgeldrechner zeigt mögliche Sanktionen

Ich wurde geblitzt, was kann mir nun passieren? Das ist wohl die häufigste Frage, die aufkommt, wenn Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs waren oder eine rote Ampel übersehen haben. Manchmal kann ein kleiner Fehler schneller geschehen als gedacht. Dann ist es von Vorteil zu wissen, ob nur ein Bußgeld die Folge ist oder Punkte bzw. ein Fahrverbot drohen.

Wurde ich geblitzt?

Nicht immer bekommen Verkehrsteilnehmer mit, dass sie bei einem Verstoß erwischt wurden – denn Blitzer gibt es in verschiedenen Varianten und Formen. Umgangssprachlich hat es sich durchgesetzt, von „geblitzt“ zu sprechen, auch wenn moderne Messanlagen ohne einen Blitz auskommen. Das Thema an sich kommt meist im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsüberschreitungen auf. Allerdings ist das nicht der einzige Einsatzort für diese Geräte.

Wurden Fahrer 2 Mal geblitzt, kann das innerhalb eines Jahres als Wiederholungstat gelten.
Wurden Fahrer 2 Mal geblitzt, kann das innerhalb eines Jahres als Wiederholungstat gelten.

Auch an Ampeln kommen Blitzer zum Einsatz und stellen Verstöße fest. Zudem wird die Missachtung vom vorgeschriebenen Abstand ebenfalls durch Messgeräte festgestellt. Sowohl mobile als auch stationäre Blitzer können einen Verkehrsverstoß erfassen und dabei an den unterschiedlichsten Orten aufgestellt sein.

So werden Verkehrssünder nicht nur auf der Autobahn geblitzt, sondern auch im Stadtgebiet oder an Kreuzungen. Bei mobilen Messungen halten Beamte die Fahrer oft schon direkt nach dem Verstoß an, sofern kein Blitzerfoto angefertigt wird. Doch meist erfahren Verkehrsteilnehmer erst durch den Bußgeldbescheid, dass sie zu schnell waren oder die Ampel doch schon rot leuchtete.

Von vorn, von der Seite, von hinten: Wo darf geblitzt werden?

Je nachdem wozu ein Blitzer dienen soll, kann es verschiedene Möglichkeiten geben, wo und wie die Geräte aufgestellt sind. Regelungen, wo Blitzer stehen können und dürfen, variieren in den Bundesländern etwas. Allerdings gibt es in der Regel einen Mindestabstand zwischen den Verkehrsschildern für die Geschwindigkeit und den Geräten. Dieser liegt meist zwischen 75 und 200 Metern.

Üblicherweise werden Verkehrssünder von vorn geblitzt, da in Deutschland die Fahrerhaftung gilt, also derjenige zur Rechenschaft gezogen wird, der hinterm Steuer sitzt. Daher machen entsprechend ausgestattete Blitzer Fotos von vorn, so sind die Fahrer in der Regel identifizierbar.

Allerdings gibt es auch in Deutschland Blitzer, die von vorn und von hinten messen. Ebenfalls eine Option, sind Varianten, die nur von hinten messen. Diese kommen jedoch eher selten vor. Dennoch heißt das nicht pauschal, dass ein Bußgeldbescheid ohne Foto generell ungültig ist. Hier sollten sich Betroffen von einem Anwalt über die richtige Vorgehensweise beraten lassen.

Geblitzt: Wann die Toleranz zum Tragen kommt

Geblitzt auf der Autobahn: Auch hier gibt es einen Toleranzabzug.
Geblitzt auf der Autobahn: Auch hier gibt es einen Toleranzabzug.

Werden Fahrer innerorts oder außerorts geblitzt, fallen die Sanktionen unterschiedlich hoch aus. Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft zu schnell zu fahren, stellt eine größere Gefahr dar und wird entsprechend höher sanktioniert. Auch um wie viel die Geschwindigkeit überschritten wurde, spielt eine Rolle, wenn es zum Thema Sanktionen kommt.

Von den gemessenen Werten wird in der Regel eine Toleranz abgezogen. Üblicherweise sind das bei einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h 3 km/h die abzuziehen sind. Waren Fahrer schneller als 100 km/h beträgt der Toleranzabzug von der gemessenen Geschwindigkeit 3 Prozent.

Wurden Verkehrsteilnehmer geblitzt, ist eine Strafe im eigentlichen Sinn nicht zu erwarten, da in der Regel eine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Je nach gemessenen Werten müssen Verkehrssünder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit Bußgeldern, Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot rechnen.

Im Zusammenhang mit einem Tempoverstoß kann auch das Thema „Wiederholungstäter“ eine Rolle spielen. Überschreiten Verkehrsteilnehmer innerhalb eines Jahres zwei Mal die Geschwindigkeit mit 26 km/h oder mehr, kann eine Wiederholungstat angenommen werden. Dies hat in der Regel ein erhöhtes Bußgeld und ein Fahrverbot zur Folge.

In den nachfolgenden Tabellen finden sich Übersichten zu den möglichen Sanktionen, die Fahrer erwarten können, wenn sie aufgrund überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden:

Aktuelle Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts

Um ... km/h zu schnell ge­fahrenBuß­geld in EuroPunk­te in Flens­burgFahr­verbot
1 bis 1030
11 bis 1550
16 bis 2070
21 bis 251151
26 bis 3018011 Mo­nat, wenn es sich um die zweite Ge­­schwin­­dig­keits­­über­­tre­tung von mehr als 25 km/h inner­­halb eines Jah­res han­delt
31 bis 4026021 Mo­nat
41 bis 5040021 Mo­nat
51 bis 6056022 Mo­nate
61 bis 7070023 Mo­nate
mehr als 7080023 Mo­nate

Aktuelle Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts

Um ... km/h zu schnell ge­fahrenBuß­geld in EuroPunk­te in Flens­burgFahr­verbot
1 bis 1020
11 bis 1540
16 bis 2060
21 bis 251001
26 bis 3015011 Mo­nat, wenn es sich um die zweite Ge­schwin­dig­keits­über­tre­tung von mehr als 25 km/h inner­halb eines Jah­res han­delt
31 bis 4020011 Mo­nat, wenn es sich um die zweite Ge­schwin­dig­keits­über­tre­tung von mehr als 25 km/h inner­halb eines Jah­res han­delt
41 bis 5032021 Mo­nat
51 bis 6048021 Mo­nat
61 bis 7060022 Mo­nate
mehr als 7070023 Mo­nate

Ein Fahrer wurde geblitzt – mit dem Handy am Ohr. Die Sanktionen orientieren sich dann daran, welcher der Verstöße der schwerwiegendere ist. Wird hier eine Tateinheit angenommen, bedeutet diese, dass das höhere Bußgeld voll zu zahlen ist und das niedrigere zur Hälfte. Also je nachdem, ob das Handy hinterm Steuer oder der Geschwindigkeitsverstoß schwerer wiegen, fallen unterschiedlich hohe Bußgelder an. Punkte und Fahrverbote werden vom schwereren Verstoß berechnet.

Bei Rot geblitzt? Diese Konsequenzen können drohen

Ob Temposünde oder Ampelverstoß. Werden Fahrer geblitzt, gilt die Verjährung für Ordnungswidrigkeiten.
Ob Temposünde oder Ampelverstoß. Werden Fahrer geblitzt, gilt die Verjährung für Ordnungswidrigkeiten.

Geblitzt – und das bei Rot! Das kann sich als teuer erweisen. Ein Punkt in Flensburg ist auf jeden Fall drin und kommt bei einem einfachen Rotlichtverstoß noch eine Gefährdung hinzu, sind das schon 200 Euro, die dann als Bußgeld fällig sind. Ein Monat Fahrverbot ist dann ebenfalls angesagt.

Ebenso teurer wird es, wenn Fahrer eine rote Ampel missachten und geblitzt wurden, als diese schon länger als eine Sekunde rot leuchtete. Hier sind es dann allerdings zwei Punkte in Flensburg. Nicht vergessen sollten Verkehrsteilnehmer, dass auch die Möglichkeit besteht, bei Gelb geblitzt zu werden, denn manche Ampelblitzer sind entsprechend eingestellt.

Nachfolgend sind mögliche Sanktionen bei einem Rotlichtverstoß aufgeführt:

VerstoßBuß­geldPunkteFahr­verbot
Einfacher Rotlicht­verstoß90 €1
... mit Gefähr­dung200 €21 Monat
... mit Sachbe­­schädigung240 €21 Monat
Quali­fizierter Rotlicht­verstoß200 €21 Monat
... mit Gefähr­dung320 €21 Monat
... mit Sachbe­­schädigung360 €21 Monat

Probezeit: Geblitzt zu werden, kann weitrechende Folgen haben

In der Probezeit als Fahranfänger geblitzt zu werden, kann bedeuten, sich mit weiteren Folgen als einem Bußgeld und Punkten auseinandersetzen zu müssen. Auch hier spielt es eine Rolle, wie viel zu schnell die Fahranfänger unterwegs waren. Mit welcher Geschwindigkeit Fahrer geblitzt wurden, ist in der Probezeit also immer von Bedeutung.

Begeht der Fahrer einen A-Verstoß, wird die Probezeit um zwei weitere Jahre verlängert. Zudem ordnen die Behörden die Teilnahme an einem Aufbauseminar an. Ein solcher A-Verstoß liegt beispielsweise dann vor, wenn eine Geschwindigkeitsüberschreitung ein Bußgeld von mindestens 60 Euro nach sich zieht.

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