RATGEBER

CE-Führerschein: Die Fahrerlaubnis für schwere Lastzüge

Mit dem CE-Führerschein dürfen Sie Schwergewichte durch den Verkehr steuern.
Mit dem CE-Führerschein dürfen Sie Schwergewichte durch den Verkehr steuern.

Wer einen Lkw im öffentlichen Straßenverkehr führen will, benötigt dafür eine entsprechende Fahrerlaubnis. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei anhand des zulässigen Gesamtgewichts für Laster und Anhänger vier verschiedene Führerscheinklassen für Lkw. Über die weitreichendsten Befugnisse verfügt dabei der CE-Führerschein. Welche Kfz Sie damit fahren dürfen, welche Voraussetzungen für die Fahrerlaubnis bestehen und wie sich die Ausbildung in der Fahrschule zusammensetzt, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

FAQ: CE-Führerschein

Was ist der Führerschein der Klasse CE?

Beim CE-Führerschein handelt es sich um eine Fahrerlaubnis, die zum Führen von schweren Lastzügen berechtigt. Besitzer dieser dürfen sich hinter das Steuer von Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t setzen und mit diesen Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 750 kg ziehen.

Sind andere Führerscheinklassen beim CE-Führerschein eingeschlossen?

Ja, erlangen Sie die Fahrerlaubnis der Klasse CE, schließt diese auch die Klassen C1E, BE und T ein. Besitzen Sie zudem die Führerscheinklasse D für Busse, erweitert sich diese auf DE.

Welche Voraussetzungen gelten für den Erwerb vom CE-Führerschein?

Für den Erwerb der Führerscheinklasse CE ist der Vorbesitz einer Fahrerlaubnis der Klasse C vorgeschrieben. Zudem liegt das reguläre Mindestalter bei 21 Jahren. In welchen Fällen sich die Altersgrenze auf 18 Jahre herabsetzen lässt, erfahren Sie hier.

Führerschein der Klasse CE: Was darf ich damit fahren?

Wozu berechtigt die Fahrerlaubnis der Klasse CE?
Wozu berechtigt die Fahrerlaubnis der Klasse CE?

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Lkw-Führerschein zu erwerben, sollte sich im Vorfeld gründlich überlegen, welche Fahrzeuge (mit und ohne Anhänger) er damit lenken möchte. Eine besonders weitreichende Fahrerlaubnis geht mit dem CE-Führerschein einher, denn dieser berechtigt zum Führen von schweren Lastzügen.

Konkret bedeutet dies, dass Sie alle Kraftfahrzeuge über 3,5 t (mit Ausnahme von Motorrädern und Bussen) fahren dürfen, denn eine Beschränkung nach oben besteht nicht. Außerdem dürfen Sie das schwergewichtige Zugfahrzeug auch noch mit einem oder mehreren Anhängern mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg kombinieren.

Darüber hinaus schließt der CE-Führerschein noch folgende Klassen ein:

  • BE (Gespanne mit Pkw)
  • C1E (Leichtere Lastzüge)
  • T (Traktor)

Besitzer der Fahrerlaubnisklasse D, die das Führen von Bussen mit mehr als acht Personen erlaubt, profitieren zudem von einer Erweiterung auf DE. Sie sind somit dazu berechtigt, das entsprechende Kfz mit einem Anhänger über 750 kg zulässiges Gesamtgewicht zu ergänzen.

Besonderheit bei der Lkw-Fahrerlaubnis: Der Führerschein der Klassen C, CE, C1 und C1E wird grundsätzlich nur befristet erteilt. Demnach ist alle fünf Jahre eine Verlängerung erforderlich, damit die entsprechenden Fahrzeuge und Züge weiterhin gefahren werden dürfen. Für die Verlängerung sind ein ärztliches Zeugnis zum Gesundheitszustand und ein augenärztliches Gutachten zum Sehvermögen erforderlich.

Welche Anforderungen gelten für den Lkw-Führerschein CE?

Wer kann die Klasse CE für Lkw erwerben?
Wer kann die Klasse CE für Lkw erwerben?

Um schwere Lastzüge sicher durch den Verkehr lenken zu können, ist allerhand Geschick, aber auch Erfahrung im Umgang mit Kraftfahrzeugen erforderlich. Aus diesem Grund schreibt der Gesetzgeber auch zahlreiche Kriterien für die künftigen Besitzer vom CE-Führerschein vor.

So beträgt das Mindestalter regulär 21 Jahre, wobei unter bestimmten Umständen eine Herabsetzung der Altersgrenze auf 18 Jahre möglich ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Bewerber eine Ausbildung als Berufskraftfahrer oder Fachkraft im Fahrbetrieb absolviert bzw. die Grundqualifikation gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 BKrFQG erlangt hat.

Nicht zuletzt ist der Vorbesitz der Klasse C für den CE-Führerschein vorgeschrieben. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, beide Fahrerlaubnisklassen gemeinsam zu absolvieren. Dies hat zur Folge, dass sich die in der Fahrschule anfallenden Gebühren einsparen und die Anzahl der Sonderfahrten im Zuge der praktischen Ausbildung reduzieren lassen.

CE-Führerschein: Ausbildung in der Fahrschule

Wer die Führerscheinklasse CE erwerben will, kommt um den Besuch der Fahrschule nicht herum.
Wer die Führerscheinklasse CE erwerben will, kommt um den Besuch der Fahrschule nicht herum.

Um mit der Fahrerlaubnisklasse CE einen Lkw führen zu dürfen, ist zwingend der Besuch einer Fahrschule erforderlich. Die Bewerber lernen dort in Theorie und Praxis den richtigen Umgang mit den schweren Lastzügen.

Dabei umfasst der Theorieunterricht sechs Doppelstunden je 90 Minuten zum Grundstoff und vier Doppelstunden zum Zusatzstoff. Darüber hinaus muss der Bewerber im Zuge der praktischen Ausbildung Fahrstunden absolvieren. Eine konkrete Anzahl ist dabei nicht vorgeschrieben, stattdessen entscheidet der Fahrlehrer anhand der Fähigkeiten des Fahrschülers, wann dieser bereit für die praktische Fahrprüfung ist.

Eine vorgegebene Anzahl gibt es allerdings bei den sogenannten Sonderfahrten. Erfolgt eine Erweiterung der Fahrerlaubnis von C auf CE sind dabei folgende Sonderfahrten verpflichtend:

  • Überland: 3 Stunden je 45 Minuten
  • Autobahn: 2 Stunden je 45 Minuten
  • Dunkelheit: 3 Stunden je 45 Minuten

Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, einen gemeinsamen Ausbildungsgang für die Klasse C und CE zu absolvieren, wodurch sich insgesamt die Anzahl der Sonderfahrten reduziert. Eine Übersicht dazu liefert die nachfolgende Tabelle:

C (Vorbesitz B) und CE getrenntC und CE gemeinsam
Überland10 (5+5)8
Autobahn4 (2+2)3
Dunkelheit6 (3+3)3

Nach der Ausbildung in der Fahrschule folgen beim CE-Führerschein sowohl eine theoretische als auch eine praktische Prüfung. Die Theorieprüfung umfasst 30 Fragen, wobei ab 11 Fehlerpunkten bzw. zwei falschen Antworten auf Fragen mit der Wertigkeit 5 die Prüfung als nicht bestanden gilt. Die praktische Prüfung dauert mindestens 85 Minuten und beinhaltet unter anderem das Verbinden und Trennen von Zugfahrzeug und Anhänger, die Abfahrts- und Sicherheitskontrolle sowie Fahrten innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften.

Was kann ein Führerschein der Klasse CE kosten?

Wie setzen sich die Kosten für den Führerschein der Klasse CE zusammen?
Wie setzen sich die Kosten für den Führerschein der Klasse CE zusammen?

Eine pauschale Aussage darüber, wie viel ein CE-Führerschein kosten kann, lässt sich nur schwer treffen, da es nicht für alle Bestandteile der Ausbildung gesetzlich festgelegte Preise gibt. So können Fahrschulen die Anmeldegebühr und auch die Kosten für die einzelnen Fahrstunden selbst festlegen. Dies kann mitunter zu deutlichen Preisunterschieden führen, weshalb es sinnvoll sein kann, Angebote verschiedener Fahrschulen miteinander zu vergleichen. Nachfolgend haben wir zur groben Orientierung die einzelnen Posten zusammengestellt:

  • Anmeldegebühr und Theorieunterricht: 375 – 420 Euro
  • Vorstellung Theorieprüfung: 60 – 65 Euro
  • Gebühr für Theorieprüfung: 22,49 Euro
  • Vorstellung praktische Prüfung: 200 – 220 Euro
  • Gebühr praktische Prüfung: 176,31 Euro
  • Fahrtstunde: 90 – 105 Euro
  • Sonderfahrten: 95 – 110 Euro
  • Unterweisung am Fahrzeug: 60 – 70 Euro

Wie sehr der CE-Führerschein den Geldbeutel am Ende belastet, hängt auch von der Anzahl der notwendigen Fahrstunden ab. Sind mehr Übungsfahrten notwendig, können die Kosten rasant steigen. Sparen lässt sich hingegen, wenn die Klasse C und CE gemeinsam erworben werden, da dann ein Teil der Sonderfahrten entfällt.

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