
Bußgeldtabelle: Verstöße mit Handy am Steuer
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Gibt es ein Fahrverbot? |
|---|---|---|---|
| Sie haben Ihr Handy am Steuer benutzt. | 100 € | 1 | ✖️ Nein |
| ...und dadurch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. | 150 € | 2 | ☑️ 1 Monat |
| ...und dadurch einen Unfall verursacht. | 200 € | 2 | ☑️ 1 Monat |
Bußgeldrechner: Handy am Steuer
Nach § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist die Nutzung eines Handys oder vergleichbarer technischer Geräte (Navi, Tablet, Spielkonsole etc.) am Steuer strikt untersagt – es sei denn das Fahrzeug steht mit vollständig ausgeschaltetem Motor still. Wer gegen dieses Handyverbot verstößt, der muss sich darauf einstellen, dass auch entsprechende Sanktionen auf ihn zukommen. Bislang gibt es aber noch keine etablierte Blitzerart, die sich auf die Feststellung solcher Verstöße spezialisiert. Das soll sich mit dem neuen Handy-Blitzer ändern. Mehr können Sie im nachfolgenden Text nachlesen.
Inhalt:
FAQ: Handy-Blitzer
Es handelt sich dabei um eine neue Blitzerart, die darauf ausgelegt ist, die widerrechtliche Handynutzung von Fahrzeugführern beim Fahren zu erkennen. Ein solches System ist z. B. die Monocam. Mehr erfahren Sie hier.
Damit ein Handy-Blitzer erkennt, ob ein Handy am Steuer genutzt wird oder nicht, zeichnet dieser nicht nur einen Streckenabschnitt auf. Eine integrierte KI (künstliche Intelligenz) analysiert die Bilder außerdem auf Verstöße.
Bislang sind Handy-Blitzer hierzulande noch nicht flächendeckend im Einsatz, weil noch keine allgemeine Rechtsgrundlage dafür geschaffen wurde. Vereinzelt gab es jedoch bereits Testeinsätze des Blitzersystems (bspw. in Rheinland-Pfalz im Jahr 2022). In diesem Abschnitt lesen Sie mehr.
Es handelt sich um Ordnungswidrigkeiten (d. h. es werden ein Bußgeld und Punkte in Flensburg, aber keine Geldstrafe fällig). Für einen regulären Verstoß müssen Sie bspw. mit 100 Euro Bußgeld und 1 Punkt rechnen.
Definition & Praxisanwendung – Wie funktionieren Handy-Blitzer?

In Deutschland sind neue Handy-Blitzer – auch Monocam genannt – auf dem Vormarsch. Aber kann ein solcher Blitzer wirklich sehen, ob man am Handy ist?
Die folgende Übersicht gibt Ihnen einmal einen Überblick darüber, wie die Geräte funktionieren und in der Praxis Verwendung finden:
- Positionierung: Grundsätzlich werden Handy-Blitzer an einer Brücke (bzw. in etwaigen anderen, erhöhten Positionen) installiert und auf den zuvor ausgewählten Abschnitt einer Autobahn, Bundesstraße etc. ausgerichtet.
- Aufzeichnung des Streckenabschnitts: Nach seiner Inbetriebnahme nimmt das System die Strecke mithilfe einer Kamera auf. Dabei erfasst es alle vorbeifahrenden Fahrzeuge und schießt von jedem ein Foto.
- Analyse durch künstliche Intelligenz: Wie aber können Blitzer nun ein Handy erkennen? Für die Auswertung der gemachten Bilder ist zuerst eine systeminterne KI zuständig. Kann diese keinen Verstoß feststellen, darf das besagte Bild nicht weiter gespeichert werden und wird gelöscht. Erkennt die KI allerdings, dass jemand bspw. sein Handy am Steuer benutzt, speichert der Blitzer die Aufnahme ab.
- Erneute Überprüfung der Bildaufnahmen & Bußgeldbescheid: Alle Fotos, bei denen die KI einen Verstoß vermutet, sind aber faktisch noch kein rechtskräftiges Beweismittel, ohne dass sich noch einmal ein Mensch diese angesehen hat. Aus diesem Grund kontrollieren Polizeibeamte die Bilder im Anschluss noch einmal selbst. Kann auch die Polizei den Verdacht bestätigen, gibt sie etwaige Bilder an die Bußgeldbehörde weiter. Diese stellt den betroffenen Fahrern anschließend einen Bußgeldbescheid per Post zu.
Wichtig: Wie sehen Handy-Blitzer eigentlich aus? In der Regel ähneln diese Blitzersysteme einer Art Überwachungskamera, die ein rundes bzw. eckiges Gehäuse haben kann. Entweder bringen Polizeibeamte diese fest am gewählten Standort an oder platzieren sie mithilfe eines Tripod-Gestells zur mobilen Nutzung und können sie danach wieder problemlos abbauen.
Wo wird der Monocam-/Handy-Blitzer in Deutschland eingesetzt?

Momentan sind Monocams noch nicht überall im Straßenverkehr anzufinden. Grund dafür ist, dass noch keine allgemeingültigen Gesetze existieren, die deren Nutzung bundesweit regeln.
Erste Probeeinsätze gab es daher bislang nur in 2 rheinland-pfälzischen Städten:
- Trier (Juni bis August 2022): 327 Verstöße an 47 Kontrolltagen
- Mainz (September bis November 2022): 941 Verstöße an 42 Kontrolltagen
Am 1. März 2025 schuf Rheinland-Pfalz als erstes deutsches Bundesland nun die rechtliche Grundlage für Handy-Blitzer und deren Einsatz in seinem neuen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG). Ob und wann weitere Bundesländer folgen, ist noch nicht absehbar.
Die folgende Tabelle veranschaulicht Ihnen aber einmal, welche Einsatzorte es derzeit hierzulande gibt:
| Bundesland | Gibt es derzeit Handy-Blitzer? |
|---|---|
| Handy-Blitzer in Schleswig-Holstein | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in NRW (Nordrhein-Westfalen) | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Bremen | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Hamburg | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Rheinland-Pfalz | 🟠 Ja (weitere in Planung) |
| Handy-Blitzer in Thüringen | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Hessen | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Niedersachsen | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Sachsen-Anhalt | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Sachsen | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Berlin | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Brandenburg | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Baden-Württemberg | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer in Bayern | ✖️ Nein |
| Handy-Blitzer im Saarland | ✖️ Nein |
Wichtig: Sind Bußgeldbescheide rechtmäßig, die sich auf das Bildmaterial der Handy-Blitzer stützen? Einem Urteil des Amtsgerichts (AG) in Trier vom 2. März 2023 nach, sind all diese Bescheide rechtens. 3 Autofahrer hatten zuvor Einspruch gegen ihre jeweiligen Bußgeldbescheide aus der Zeit des Pilotprojekts in Trier eingelegt.
Obwohl das Gericht zugunsten der Bußgeldbehörde entschied, machte es jedoch auch deutlich, dass nach damals geltendem Recht keine Rechtsgrundlage für die Nutzung der Geräte bestanden hätte. Seit dem 1. März 2025 ist dies allerdings in Rheinland-Pfalz der Fall. In Zukunft dürften Handy-Blitzer laut Gericht dort also auch regulär bundeslandweit im Einsatz sein.
