Probezeitverlängerung beim Führerschein: Ab wann müssen Sie damit rechnen?

Die zuständige Behörde kann die Probezeit verlängern. Der Führerschein wird dann zwei weitere Jahre nur auf Probe erteilt.
Die zuständige Behörde kann die Probezeit verlängern. Der Führerschein wird dann zwei weitere Jahre nur auf Probe erteilt.

Fahranfänger mussten sich schon in vielen Fahrstunden und bei der Fahrprüfung beweisen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die jungen Fahrer immer sämtliche Regeln beherzigen und stets die Kontrolle über ihr Fahrzeug haben. Gerade Selbstüberschätzung und zu geringes Risikobewusstsein führen dazu, dass Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren laut Angaben des Statistischen Bundesamtes überdurchschnittlich oft Unfälle verursachen. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, gibt es die Probezeit für Fahranfänger. In diesem Zeitraum gelten strenge Regeln. Bei Verstößen drohen harte Sanktionen, die auch mit einer Probezeitverlängerung einhergehen können. Doch wann verlängert sich die Probezeit eigentlich?

Wie lange dauert die Probezeit normalerweise?

Bei einem Tempoverstoß ab 21 km/h darf die Probezeit verlängert werden.
Bei einem Tempoverstoß ab 21 km/h darf die Probezeit verlängert werden.

Die Probezeit für Fahranfänger dauert herkömmlicherweise zwei Jahre. Sie beginnt, wenn der Führerschein ausgehändigt wird. Anders verhält es sich beim begleiteten Fahren ab 17. Hier erhält der Fahranfänger nicht sofort den Führerschein im Scheckkartenformat, sondern zunächst eine Prüfbescheinigung. Erst zum 18. Geburtstag wird der herkömmliche Führerschein ausgestellt. Die Probezeit beginnt jedoch schon mit der Aushändigung der Prüfbescheinigung.

In der Probezeit werden bestimmte Verstöße im Straßenverkehr besonders streng geahndet. Das soll zum einen abschreckend wirken und dafür sorgen, dass sich junge Fahrer an die geltenden Regeln halten. Zum anderen hat dies eine erzieherische Wirkung, wenn es tatsächlich zum Verstoß kommt. Zu den besonderen Sanktionen zählen die Probezeitverlängerung sowie die Teilnahme an einem Aufbauseminar.

Kommt es zu einer Verlängerung, dauert die Probezeit nicht mehr nur zwei, sondern ganze vier Jahre.

Verlängerung der Probezeit beim Führerschein: Bei einem A- oder zwei B-Verstößen

Doch ab wann kann die Probezeit verlängert werden? Diese Frage stellen sich viele Fahranfänger. Leichte Verstöße im Straßenverkehr, wie etwa falsches Parken und Halten, ziehen lediglich ein Verwarn- bzw. Bußgeld nach sich. Eine Probezeitverlängerung kommt hingegen nur in Frage, wenn der Fahrer einen A- oder zwei B-Verstöße begeht.

Ein A-Verstoß ist in diesem Zusammenhang eine schwerwiegende Regelverletzung. Hierzu zählen unter anderem die folgenden Verstöße:

Demgegenüber sind B-Verstöße weniger schwerwiegende Regelverletzungen – etwa das Überschreiten des TÜVs um mehr als acht Monate, das Fahren mit abgefahrenen Reifen sowie die Beförderung eines Kindes ohne jede Sicherung. Hier kommt es erst bei zwei solcher Verstöße zur Probezeitverlängerung.

Welche Folgen hat es, wenn in puncto Probezeit beim Führerschein eine Verlängerung festgelegt wird?

Ab wann wird die Probezeit verlängert? Diese Frage stellen sich viele Fahranfänger.
Ab wann wird die Probezeit verlängert? Diese Frage stellen sich viele Fahranfänger.

Die Frage, ab wann mit der Probezeitverlängerung zu rechnen ist, haben wir bereits beantwortet: Es kommt dazu, wenn ein Fahranfänger einen A- oder zwei B-Verstöße begangen hat. Doch welche weiteren Folgen hat es eigentlich für den Führerschein, wenn die Probezeit mit einer Verlängerung ausgedehnt wird?

Zunächst müssen Fahranfänger, wie bereits erwähnt, zusätzlich an einem sogenannten Aufbauseminar teilnehmen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, ordnet die zuständige Behörde die Entziehung der Fahrerlaubnis an. Dabei wird eine Sperrfrist von in der Regel drei Monaten festgelegt. Erst nach Ablauf dieser Frist kann der Fahranfänger einen Antrag stellen, um seinen Führerschein zurückzuerhalten.

Da die Probezeitverlängerung dazu führt, dass die Probezeit nunmehr vier anstatt zwei Jahre dauert, muss der Fahranfänger außerdem länger mit härteren Sanktionen rechnen. Denn je mehr A- bzw. B-Verstöße angesammelt werden, desto strengere Regeln gelten.

Beim ersten A-Verstoß bzw. zwei B-Verstößen während der Probezeitverlängerung wird der Betroffene kostenpflichtig verwarnt und erhält eine Teilnahmeempfehlung für eine verkehrspsychologische Beratung. Kommt es danach zu noch einem A-Verstoß bzw. zwei B-Verstößen, entzieht die zuständige Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis.

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