
Wenn Sie im Straßenverkehr das geltende Tempolimit missachten und zu schnell unterwegs sind, kann es mitunter vorkommen, dass Sie geblitzt werden. Bei den Geräten, die Sie bei Tempoverstößen erwischen, handelt es sich in der Regel entweder um feste oder mobile Blitzer. Was stationäre Blitzersysteme sind und welche verschiedenen Varianten es von diesen gibt, erfahren Sie im nachfolgenden Text.
Inhalt:
FAQ: Feste Blitzer
Stationäre bzw. feste Blitzer bezeichnen die gleiche Art von Gerät: Ein Blitzersystem, das seinen Einsatzort nicht wechselt, sondern dauerhaft an diesem installiert ist. Mehr dazu hier.
Fest aufgestellte Blitzer sind je nach Modell sehr variabel. Mit ihnen lassen sich z. B. Verstöße gegen das geltende Tempolimit, das Überfahren einer roten Ampel oder zu geringe Sicherheitsabstände beim Fahren ahnden.
Grundsätzlich können feste Blitzer überall dort installiert werden, wo es die Verkehrssicherheit erfordert (bspw. auf Autobahnen, an Ampelanlagen, an Unfallschwerpunkten etc.).
Ja, in der Regel sind alle stationären Blitzer-Typen rund um die Uhr aktiv. Einige Blitzersysteme können aber mitunter nur zu bestimmten Zeiten aktiviert werden oder defekt sein.
Feste bzw. stationäre Blitzer – Definition & Modelle

Stationäre Blitzer – umgangssprachlich auch „feste Blitzer“ genannt – sind fest installierte Verkehrsüberwachungsanlagen (d. h. sie werden langfristig an einem Standort aufgestellt und wechseln diesen in der Regel während ihres Betriebs nicht).
Einsetzen tut sie die Polizei bspw. zur Feststellung folgender Ordnungswidrigkeiten:
- Rotlichtverstöße
- Geschwindigkeitsüberschreitungen
- Abstandsverstöße
Je nach Verstoß gibt es auch unterschiedliche Blitzersysteme, die jeweils darauf zugeschnitten sind. Wie sich stationäre Blitzer in ihrer Funktionsweise unterscheiden, veranschaulicht Ihnen die folgende Übersicht:
| Wie bzw. womit misst der feste Blitzer? | Blitzermodell |
|---|---|
| Piezosensoren | Stationär & mobil: ✔️ Truvelo M4² ✔️ VDS M5 Speed Nur stationär: 🟠 TRAFFIPAX TraffiPhot S 🟠 TraffiStar S 330 🟠 TRAFFIPAX TraffiStar S 540 |
| Induktionsschleifen | Nur stationär: 🟠 MULTANOVA MultaStar C |
| Laserstrahlen/LiDAR | Stationär & mobil: ✔️ TraffiStar S350 ✔️ PoliScan Speed Nur stationär: 🟠 PoliScan Speed F1 |
| Radarwellen | Stationär & mobil: ✔️ MULTANOVA 6F ✔️ TRAFFIPAX SpeedoPhot |
| Lichtschranken | Stationär & mobil: ✔️ eso ES 1.0 ✔️ eso ES 2.0 ✔️ eso ES 8.0 |
| Videoabstandsmessung | Stationär & mobil: ✔️ CG-P50E ✔️ VKS 3.0/3.01 |
Wichtig: An welchen Einsatzorten sind feste Blitzer mitunter zu finden? Genauso wie feste Radarfallen nicht nur auf Geschwindigkeitskontrollen beschränkt sind, sondern z. B. auch Abstandsmessungen durchführen können, lassen sich stationäre Messgeräte an vielerlei Orten einsetzen. Dazu gehören unter anderem…
- Innenstädte (Schulen, Kindergärten, Ampelanlagen, stark frequentierte Kreuzungen etc.),
- Autobahnen (Baustellen, Tunnel, Streckenabschnitte mit hohem Unfallrisiko etc.),
- Landstraßen (gefährliche Kurven, Stellen mit eingeschränkter Sicht etc.).
Wie funktionieren feste Blitzer?

Die folgende Übersicht fasst Ihnen einmal zusammen, welche unterschiedlichen Funktionsweisen feste Blitzer haben:
- Piezosensoren: Die unter der Fahrbahn verbauten Sensoren reagieren auf den Druck, den Fahrzeuge auf sie ausüben. Wenn sich die Spannung dann durch den piezoelektrischen Effekt ändert, signalisiert das dem Blitzer, eine Geschwindigkeitsmessung durchzuführen. Die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs wird durch die zeitliche Differenz zwischen den eingehenden Sensorensignalen berechnet.
- Induktionsmessung: Mehrere Induktionsschleifen sind unter der Fahrbahn verbaut. Überfahren Fahrzeuge diese und verändern durch den Druck das elektromagnetische Feld, bestimmt das Gerät deren Geschwindigkeit, indem es den zurückgelegten Weg und die dafür benötigte Zeit miteinander verrechnet.
- Radaranlage: Feste Radarfallen analysieren die von Fahrzeugen zurückreflektierten Radarwellen und errechnet dann ihre Geschwindigkeiten mittels des Dopplereffekts (d. h. die Veränderung der Wellenfrequenz und des Abstands zwischen Sender und Empfänger).
Wichtig: Können stationäre Blitzer beidseitig bzw. vorne und hinten blitzen? Ja, es gibt grundsätzlich Geräte, die beide Fahrtrichtungen parallel überwachen können (z. B. Blitzersäulen auf zentralen Mittelinseln mehrspuriger Straßen). Auch Fahrzeuge von vorne und hinten zu blitzen ist möglich, wenn das Blitzersystem bspw. beide Seiten gleichzeitig erfasst oder sich um 180 Grad drehen kann.
Eine weitere Art fester Messgeräte sind auch die sogenannten Schwarzlicht- bzw. Infrarotblitzer (d. h. stationäre Blitzer, die ohne sichtbaren Blitz ein Blitzerfoto schießen können).

- Lasermessgeräte (LiDAR): Lasersignale treffen auf ein Fahrzeug und werden von diesem reflektiert. Über eine Weg-Zeit-Berechnung ermitteln feste Blitzer dann, wie schnell derjenige jeweils unterwegs war.
- Lichtschranke: Wenn Fahrzeuge die hintereinander ausgerichteten Lichtschranken im Vorbeifahren unterbrechen, misst der stationäre Blitzer bei jeder Unterbrechung die Zeit und berechnet damit deren Geschwindigkeit.
- Videoabstandsmessung: Überfahren Fahrzeuge die etwaigen Messlinien (Fahrbahnmarkierungen) schießt das oft an Brücken angebrachte Blitzersystem Bilder und bestimmt den Sicherheitsabstand zwischen Fahrzeugen.
- Section Control (Abschnittskontrolle): Bei dieser ermittelt das Gerät über eine bestimmte Strecke hinweg die Durchschnittsgeschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge (seit Anfang 2024 in Deutschland nicht mehr im Einsatz).
Wichtig: Wie genau sind stationäre Blitzer? Und welche Toleranz hat ein fester Blitzer? Damit sich Messungenauigkeiten möglichst auf ein Minimum reduzieren lassen, gibt es für Geschwindigkeitsüberschreitungen einen sogenannten Toleranzabzug. Dieser beläuft sich bei gefahrenen Geschwindigkeiten unter 100 km/h auf 3 km/h, während bei über 100 km/h in der Regel ein Abzug von 3 % üblich ist. Feste und mobile Blitzer unterscheiden sich hierbei nicht.
