Vor Radarfallen mit Blitzer-App warnen: Legal oder illegal?

"Achtung, Kontrolle!" Sind Blitzerwarner in Deutschland verboten oder erlaubt?
„Achtung, Kontrolle!“ Sind Blitzerwarner in Deutschland verboten oder erlaubt?

Bußgeldkatalog: Radarwarner und Blitzer-Apps

VerstoßBußgeldPunkte in Flensburg
Sie benutzten als Fahrzeugführer ein Gerät zur Warnung vor Blitzern.751
Sie führten als Fahrzeugführer ein Gerät zur Warnung vor Blitzern betriebsbereit mit sich.751
Sie benutzten als Fahrzeugführer eine Blitzer-App.751

Ob fest installierter „Starenkasten” oder mobile Verkehrskontrolle – kein Blitzer bleibt ewig geheim und dank des Internets ist es heutzutage sehr leicht, die Standorte solcher Messgeräte zu verbreiten. Inzwischen gibt es sogar Geräte und Apps, die extra zu dem Zweck entwickelt wurden, Fahrzeugführer vor Blitzern zu warnen. Aber sind Radarwarner eigentlich legal oder illegal? Und wie sieht es aus, wenn Sie kein spezielles Gerät, sondern lediglich eine Blitzer-App auf Ihrem Smartphone verwenden? Wir verraten es Ihnen.

FAQ: Blitzer-App

Sind Radarwarner in Deutschland erlaubt?

Gemäß § 23 Abs. 1c StVO ist für Fahrzeugführer weder die Benutzung eines Warngeräts noch die einer Blitzer-App erlaubt. Schon das Mitführen eines betriebsbereiten Radarwarners verstößt laut Verkehrsrecht gegen die Vorschriften.

Ist eine Blitzer-App auch verboten, wenn mein Beifahrer Sie benutzt?

Da das Verbot in der StVO ausdrücklich nur für den Fahrzeugführer gilt, kann dem Beifahrer nicht verboten werden, eine Blitzradar-App zu benutzen und den Fahrer mündlich über die Standorte von Blitzern zu informieren. 

Fällt für das Verwenden einer Blitzer-App eine Strafe an?

Werden Sie als Fahrzeugführer dabei erwischt, wie Sie sich mit einem Radarwarner oder einer App vor einem Blitzer warnen lassen, müssen Sie mit einem Bußgeld von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Darum sind Radarwarner und Blitzer-App illegal!

Auch die Benutzung einer Blitzer-App ist nicht erlaubt - zumindest nicht für den Fahrer.
Auch die Benutzung einer Blitzer-App ist nicht erlaubt – zumindest nicht für den Fahrer.

Auch wenn viele Autofahrer anders denken mögen: Geschwindigkeitskontrollen dienen nicht der Schikane, sondern sollen dafür sorgen, dass sich Fahrzeugführer an die Höchstgeschwindigkeit halten. Die Absicht dahinter ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Kennen Raser allerdings den genauen Standort eines Blitzers, müssen sie nur direkt vor diesem vom Gas runtergehen, um möglichen Sanktionen zu entgehen. Das mag zwar dazu führen, dass sie für diesen kurzen Moment brav die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten, ein echtes Umdenken über ihr Verhalten findet aber nicht statt – wie es vielleicht der Fall wäre, wenn sie von der Bußgeldbehörde zur Kasse gebeten werden.

Aus diesem Grund ist es in Deutschland nicht erlaubt, sich als Führer eines Fahrzeugs über den exakten Standort von Blitzern zu informieren. So legt es § 23 Abs. 1c der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) fest:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte). Bei anderen technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch zur Anzeige oder Störung von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.

Es spielt hier keine Rolle, ob Sie ein spezielles Blitzer-Warngerät benutzen oder eine App auf Ihrem Smartphone. Auch der Einsatz einer Radarwarner-Funktion im Navi ist nicht erlaubt. Haben Sie eine Blitzer-App installiert oder verfügt Ihr Navi über eine entsprechende, müssen Sie diese während der Fahrt deaktivieren.

Wollen Sie sich auf legalem Weg über Blitzer-Standorte informieren, können Sie dies über den Verkehrsfunk tun. Denn hier wird nicht die exakte Position der Messgeräte verraten, sondern nur die ungefähre. Dies führt in der Regel dazu, dass sich Fahrzeugführer auf der gesamten Strecke an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, was sich positiv auf die Sicherheit auswirkt.

Die Gesetzeslücken zu Blitzerwarnern

Für die Mitfahrer sind Blitzer-Apps nicht verboten.
Für die Mitfahrer sind Blitzer-Apps nicht verboten.

Prinzipiell sind Blitzerwarner in Deutschland legal, aber eben ihre Benutzung nicht. Und auch wenn schon allein das Mitführen eines einsatzbereiten Radarwarners verboten ist, gilt dies eben nur während der Fahrt.

Besitzen Sie einen Radarwarner, ist es somit erlaubt, diesen einfach zu Hause einzuschalten oder während einer Pause auf dem Rastplatz. Denn in diesem Moment gelten Sie nicht als Fahrzeugführer und dürfen sich somit ohne Gewissensbisse über die Blitzer in Ihrer Nähe informieren.

Und von einer Blitzer-App können Sie sogar während der Fahrt Gebrauch machen, zumindest indirekt. Denn Ihrem Beifahrer ist es nicht verboten, sich per App Standorte von Blitzern anzeigen zu lassen, da er nicht der Fahrzeugführer ist. Und dann kann ihm natürlich auch nicht untersagt werden, die erhaltenen Informationen mündlich an Sie weiterzugeben.

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