
Wer eine medizinisch-psychologische Untersuchung – oder kurz: MPU – absolvieren muss, sollte wissen, welche MPU-Anbieter es überhaupt gibt. MPU-Begutachtungsstellen sind über die ganze Republik verteilt. Insgesamt 15 Träger gibt es für eine ganze Reihe von Stellen, die die Fahreignung überprüfen können. Doch was ist bei der Auswahl einer MPU-Begutachtungsstelle zu beachten?
FAQ: MPU-Begutachtungsstellen
Über eine entsprechende Zulassung für die MPU verfügen ausschließlich die sogenannten „Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF)“.
Eine Auflistung der Anbieter finden Sie hier.
Einige Beratungsstellen bieten kostenlose Infoveranstaltungen zur MPU-Vorbereitung und führen Alkohol– bzw. Drogen-Screenings durch. Da das Leistungsangebot je nach Anbieter variieren kann, sollten Sie sich vor Ort erkundigen.
Inhalt:
Lohnt sich eine Vorbereitung auf die MPU?

Bei der Suche nach einer MPU-Begutachtungsstelle sollten Betroffene sich genau überlegen, welche Leistungen sie bei der MPU benötigen. Es gibt MPU-Begutachtungsstellen, die vor der eigentlichen Untersuchung ein Erstgespräch anbieten, um Teilnehmern die Befremdlichkeit zu nehmen.
Die Kosten der MPU können variieren, im Großen und Ganzen kann jedoch mit 1500 bis 2000 Euro gerechnet werden. Es ist empfehlenswert, vor der eigentlichen Untersuchung eine MPU-Vorbereitung zu besuchen.
Ohne diesen Kurs ist die Möglichkeit, von der Begutachtungsstelle einen negativen MPU-Bescheid zu bekommen, wesentlich höher. Auch die Vorbereitung verursacht Kosten. Diese sind aber nicht zu vergleichen mit den Kosten, die entstehen, wenn die gesamte MPU wiederholt werden muss. Eine MPU ohne Vorbereitung ist daher in den meisten Fällen nicht sinnvoll.
Der offizielle Titel der MPU-Begutachtungsstellen lautet übrigens „Begutachtungsstellen für Fahreignung“ (BfF). Sie werden auch von staatlichen Stellen, wie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gelistet.
Informieren Sie sich bei der Vorbereitung

Gehen Sie auch bei der MPU-Vorbereitung sicher, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Das Versprechen, durch den Kurs die MPU zu 100 Prozent zu bestehen, ist in der Regel unseriös. Da „MPU-Berater“ kein geschützter Begriff ist, können sich auch Personen ohne die entsprechende Ausbildung so nennen.
Die MPU-Begutachtungsstellen können Ihnen auf Nachfrage seriöse Anbieter für die MPU-Vorbereitung nennen.
Tipp: Zwar ist es gut, die Fragen der Gutachter zu kennen, auf standardisierte Antworten sollte aber verzichtet werden. Sie fallen in den MPU-Begutachtungsstellen schnell auf.
Wer muss zur MPU?

Die medizinisch-psychologische Untersuchung wird angeordnet, wenn die Fahrtauglichkeit eines Fahrers überprüft werden soll. Meist ist es die Folge von schweren Verkehrsverstößen, wie Alkohol oder Drogen am Steuer, Fahrerflucht oder anderweitigen schwerwiegenden Vergehen.
Auch eine Aneinanderreihung vieler kleinerer Verstöße in einer sehr kurzen Zeitspanne können dazu führen, dass die zuständige Behörde die Fahreignung (neu) überprüfen möchte – die MPU-Begutachtungsstellen übernehmen diese Aufgabe.
Die Teilnahme an einer MPU kann nicht erzwungen, sondern lediglich angeordnet werden. Sie kann jedoch beispielsweise eine der Voraussetzungen sein, um einen entzogenen Führerschein wiederzuerlangen.
Die Begutachtungsstellen in Deutschland
Die MPU-Begutachtungsstellen werden von insgesamt 15 Trägern in Deutschland angeboten. Die Anbieter sind:
- Absolut Diagnostics GmbH
- ABV Gesellschaft für Angewandte Betriebspsychologie und Verkehrssicherheit mbH
- AVUS Gesellschaft für Arbeits-, Verkehrs- und Umweltsicherheit mbH
- BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH
- DEKRA e.V.
- ias Aktiengesellschaft
- IBBK Institut für Beratung – Begutachtung – Kraftfahrereignung GmbH
- MPUmax GmbH
- pima-mpu GmbH
- ProSecur GmbH
- TÜV NORD Mobilität GmbH & Co. KG
- TÜV SÜD Life Service GmbH
- TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
- TÜV Thüringen e.V.
- Universitätsklinikum Heidelberg – Institut für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin
Welche Leistungen bieten die MPU-Beratungsstellen an?

Die Angebote der Beratungsstellen können von Träger zu Träger unterschiedlich sein. Einige bieten kostenfreie Informationsabende an. Andere bieten zusätzlich zum MPU-Gutachten Drogen- und Alkohol-Screenings an.
Damit kann beispielsweise der Abstinenznachweis ebenfalls über eine Beratungsstelle erbracht werden. Außerdem gibt es Begutachtungsstellen, die die Erstellung ärztlicher Gutachten und die Untersuchung von Berufskraftfahrern zu ihrem Angebot zählen.
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