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Blitzer mit Induktionsmessung und Piezomessung

Die Induktionsmessung erkennen Sie an Rillen in der Fahrbahn.
Die Induktionsmessung erkennen Sie an Rillen in der Fahrbahn.

Wie viele Blitzer, ob nun mobil oder stationär, es in Deutschland genau gibt, darüber existieren keine genauen offiziellen Angaben. Klar ist jedoch: Die Geschwindigkeitsmessung soll für mehr Verkehrssicherheit sorgen, werden doch viele Unfälle durch eine überhöhte Geschwindigkeit ausgelöst. Es gibt verschiedene Arten von Blitzern, welche sich in ihrer Funktionsweise teils stark voneinander unterscheiden. Eine genutzte Technik ist die Induktionsmessung bzw. die ähnliche Piezomessung.

Wie funktioniert die Geschwindigkeitsmessung mit Induktionsschleifen?

Herkömmliche Blitzer messen die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs an einer bestimmten Stelle. Ist der Fahrer zu schnell unterwegs, löst in vielen Fällen eine Kamera aus und fertigt ein sogenanntes Blitzerfoto an. Es droht ein Bußgeld, je nach Schwere des Verstoßes können noch Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot hinzukommen.

Eine wichtige Technik stellt in diesem Zusammenhang die Induktionsmessung dar. Dabei werden sogenannte Induktionsschleifen in die Fahrbahn eingelassen. Überfährt ein Fahrzeug diese, beeinflusst dies das elektromagnetische Feld der Induktionsschleife. Dies wird von der Technik erkannt.

An einer Messstelle sind immer mehrere Schleifen zur Induktionsmessung hintereinander angebracht. Aus den gesammelten Informationen lässt sich mittels Zeit-Weg-Berechnung ermitteln, wie schnell ein Fahrzeug unterwegs ist. Kommt es zu einer Überschreitung, löst eine Kamera aus und fertigt ein Foto an. Ein genutztes Modell, welches eine Induktionsmessung durchführt, ist der Esomat 2000.

Die Induktionsmessung wird nicht nur zur Geschwindigkeitsmessung genutzt. Vor einer Ampel eingesetzt können die Sensoren auch Rotlichtverstöße aufdecken.

Was sind Piezosensoren?

Durch Piezomessung erwischt: Es droht ein Bußgeldbescheid.
Durch Piezomessung erwischt: Es droht ein Bußgeldbescheid.

Ähnlich wie die Induktionsmessung funktioniert die Piezomessung. Auch hier werden meist Sensoren in die Fahrbahn eingebracht. Dabei handelt es sich um Stränge aus Messing, in welche Piezokristalle eingearbeitet sind. Diese Kristalle laden sich elektrisch auf, wenn es zu einer Verformung kommt – etwa, wenn ein Fahrzeug darüber fährt. Der ausgelöste elektrische Impuls wird dabei registriert.

Auch hier sind wieder mehrere Sensoren in der Fahrbahn zu finden, die nacheinander ausgelöst werden. Aus den Angaben zum jeweiligen Zeitpunkt des Überfahrens durch ein Fahrzeug lässt sich dessen Geschwindigkeit errechnen. Bei zu hohem Tempo löst eine Kamera aus. Verwendung auf deutschen Straßen finden unter anderem die folgenden Modelle, welche auf die Piezomessung setzen:

  • Truvelo M4²
  • Traffipax TraffiPhot S
  • Traffipax Traffistar S 330
  • Traffipax Traffistar S 540
  • VDS M5 speed
Die Piezomessung kann auch mobil erfolgen. In diesem Fall werden die Sensoren nicht in die Fahrbahn eingebracht. Vielmehr können diese in einem gewissen Abstand über die Fahrbahn gelegt werden.

Fehlerquellen bei Piezo- und Induktionsmessung

Bei der Induktions- und Piezomessung kann es durchaus zu Fehlmessungen kommen. Zunächst ist es wichtig, dass das Gerät geeicht und korrekt aufgestellt ist. Des Weiteren muss es regelmäßig gewartet werden.

Sind die Sensoren beschädigt oder Fugen undicht, so dass Wasser eindringt, kann die Kamera fälschlicherweise auslösen. Gleiches gilt, wenn der Fahrbahnbelag über Schäden verfügt und dies zu Schwingungen führt.

Glauben Sie, dass es zu Fehlern bei der Piezo- bzw. Induktionsmessung kam? In einem solchen Fall kann sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnen. Ein Anwalt für Verkehrsrecht kann den Bußgeldbescheid prüfen und Sie zum weiteren Vorgehen beraten.

Bildnachweise: fotolia.com/ghazii, fotolia.com/RAM

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