
Bußgeldtabelle zur Fahrbahnverengung
| Tatbestand | Bußgeld |
|---|---|
| Es kam an einer Fahrbahnverengung aufgrund mangelnder Sorgfalt zu einem Unfall. | 20 € |
| Sie ließen bei einer Fahrbahnverengung das entgegenkommende Fahrzeug nicht durchfahren. | 20 € |
| Sie ließen bei einer Fahrbahnverengung das entgegenkommende Fahrzeug nicht durchfahren. Es kam zu einer Gefährdung. | 30 € |
| Sie ließen bei einer Fahrbahnverengung das entgegenkommende Fahrzeug nicht durchfahren. Es kam zu einem Unfall. | 35 € |
| Sie scherten vor einer Fahrbahnverengung aus, ohne dies entsprechend anzukündigen. | 10 € |
| Sie kündigten nach der Fahrbahnverengung das Widereinordnen nicht entsprechend an. | 10 € |
| Sie missachteten bei einer verengten Fahrbahn den Vorrang des Gegenverkehrs. | 5 € |
| Sie missachteten bei einer verengten Fahrbahn den Vorrang des Gegenverkehrs. Es kam zu einer Gefährdung. | 10 € |
| Sie missachteten bei einer verengten Fahrbahn den Vorrang des Gegenverkehrs. Es kam zu einem Unfall. | 20 € |
| Sie verhinderten das Einordnen im Reißverschlussverfahren und behinderten dadurch andere. | 20 € |
Viele Autofahrer werden im öffentlichen Straßenverkehr immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen ihnen vielleicht etwas mulmig zumute ist oder die von ihnen ein höheres Maß an Aufmerksamkeit verlangen. Dies ist zum Beispiel häufig der Fall, wenn eine Baustelle mit einer Fahrbahnverengung einhergeht. Aber auch Verkehrsunfälle können dazu führen, dass ein Streckenabschnitt zeitweise verengt ist.
FAQ: Fahrbahnverengung
Eine verengte Fahrbahn liegt vor, wenn sich die Anzahl der Spuren reduziert, eine Weiterfahrt in die entsprechende Richtung allerdings noch weiterhin möglich ist. Ein Grund für eine Fahrbahnverengung kann zum Beispiel eine Baustelle sein. Hier erfahren Sie mehr.
Das Verkehrszeichen 120 weist auf eine Fahrbahnverengung hin. Eine genaue Abbildung dieses Verkehrszeichens sehen Sie hier.
In welchen Fällen Sie mit Sanktionen rechnen müssen, verrät diese Tabelle.
Inhalt:
Fahrbahnverengung – Die Grundlagen

Eine Fahrbahnverengung liegt grundsätzlich immer dann vor, wenn die zur Verfügung stehende Fahrbahn schmaler wird, aber mindestens eine Spur pro Richtung offen bleibt. Diese Verkehrssituation fordert von allen Fahrzeugführern ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit, denn nur so lassen sich Kollisionen vermeiden.
Darüber hinaus definiert der Gesetzgeber das richtige Verhalten für den Fall, dass eine Fahrbahnverengung durch ein Schild angeordnet wird. So ist zum Beispiel das Halten, Parken und Wenden an engen Straßenstellen grundsätzlich untersagt.
Je nach Straßenverhältnis lassen sich einseitig und beidseitig verengte Fahrbahnen unterscheiden. Wann diese auftreten, welche Verkehrszeichen diese anordnen und worauf es in einer solchen Situation zu achten gilt, klären wir nachfolgend.
Worauf gilt es bei einer einseitigen Fahrbahnverengung zu achten?
Eine Baustelle oder ein anderweitiges Verkehrshindernis – wie etwa ein Unfall oder ein liegengebliebenes Auto – können dazu führen, dass die Möglichkeit zur Weiterfahrt auf dem jeweiligen Fahrstreifen eingeschränkt oder sogar unmöglich ist. In diesem Fall liegt in der Regel eine einseitig verengte Fahrbahn vor. Ein Schild gibt dabei an, auf welcher Seite die Spur schmaler wird. Diese sehen wie folgt aus:

Einseitig rechts verengte Fahrbahn

Einseitig links verengte Fahrbahn
Kündigt ein solches Schild eine verengte Fahrbahn an, gilt es, die Geschwindigkeit zu verringern und an die vorherrschende Situation anzupassen. Ist es zudem notwendig, auf die Spur des Gegenverkehrs zu wechseln, hat dieser an der Fahrbahnverengung grundsätzlich Vorfahrt. Sie müssen also abwarten, bis die Fahrbahn wieder frei ist. Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, dass eine Ampel den Verkehr an der Engstelle regelt.
Um sicherzustellen, dass der Verkehrsfluss auch trotz der Einschränkung weiterhin aufrechterhalten bleibt, ist bei mehreren Fahrstreifen pro Richtung bei einer Fahrbahnverengung zudem das Reißverschlussverfahren anzuwenden. Dies ergibt sich aus § 7 Abs. 4 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO):
Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, dass sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können (Reißverschlussverfahren).
Wie funktioniert das Reißverschlussverfahren bei einer Fahrbahnverengung?

Endet eine Spur – zum Beispiel wegen einer Fahrbahnverengung –, müssen sich die Fahrzeuge abwechselnd auf die weiterhin bestehende Fahrspur einordnen. Dabei sieht der Gesetzgeber vor, dass der Wechsel der Fahrbahn erst unmittelbar vor dem Ende des entsprechenden Fahrstreifens erfolgt.
Fahrzeugführer, die sich auf der weiterführenden Spur befinden, sind dazu verpflichtet, den anderen Fahrern das Einfädeln zu ermöglichen.
Übrigens! Es hat sich gezeigt, dass ein zu frühes Einfädeln mitunter dafür verantwortlich ist, dass sich Staus bilden. Daher sind Autofahrer dazu angehalten, bis zum Hindernis vorzufahren und sich erst dann einzuordnen.
Beidseitige Verengung der Fahrbahn: Wann tritt diese auf?

Betrifft eine Fahrbahnverengung einen gesamten Streckenabschnitt, ist dies in der Regel auf die geringere Breite von Brücken oder Unterführungen zurückzuführen. Zudem kann auch der Übergang in einen verkehrsberuhigten Bereich entsprechend erfolgen. Angezeigt wird dies mit diesem Schild:
Nicht selten wird dieses Verkehrszeichen auch mit einer Entfernungsangabe versehen. Dadurch ist es den Fahrzeugführern möglich, sich frühzeitig auf die Fahrbahnverengung einzustellen und die Geschwindigkeit entsprechend zu reduzieren. Darüber hinaus ist an der Engstelle das Überholen von anderen Verkehrsteilnehmern untersagt. Zudem ist auf den Gegenverkehr zu achten.
Gerade Fahrschüler sollten sich die verschiedenen Schilder gründlich einprägen, denn deren Bedeutung kann im Zuge der theoretischen Prüfung abgefragt werden. Dabei wird dem Führerscheinanwärter die Abbildung eines entsprechenden Schildes in Kombination mit der Frage: „Wie verhalten Sie sich bei diesem Verkehrszeichen?“ gezeigt. Die Verengung der Straße kann hierbei ebenso Thema sein, wie die Fahrweise in einer Doppelkurve.
Bildnachweise:
fotolia.com/Björn Wylezich
istockphoto.com/prill